Transaktionsanalyse im Coaching

Vor kurzem habe ich meine 1,5-jährige Coaching Ausbildung abgeschlossen. Mein Ausbilder Ulrich Dehner ist auch gleichzeitig der Buchautor meiner heutigen Buchempfehlung: „Transaktionsanalyse im Coaching“.

Warum und auf welche Weise stehen wir uns selbst im Weg? Was lässt uns immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster zurückfallen?

Um diese Fragen zu beantworten ist die Transaktionsanalyse eines der wichtigsten Werkzeuge. Ursprünglich in der Psychotherapie entwickelt, wird es heute immer mehr in Coachings und in der Arbeit von Führungskräften angewendet.

Du bekommst heute einen super Überblick, was sich hinter dem Begriff „Transaktionsanalyse“ versteckt und welchen zwei konkreten Tools du dir unbedingt genauer anschauen solltest. Außerdem habe ich dir einen Selbsteinschätzungs-Test mitgebracht!

Lass dich inspirieren!

 

 

1) Kurze Summary

Das Buch „Transaktionsanalyse im Coaching“ stellt die vier zentralen Bestandteile der Transaktionsanalyse vor: Ich -Zustände, Bezugsrahmen, Skript und Psychologische Spiele.

Diese Begriffe kommen dir vielleicht etwas kryptisch vor, aber keine Sorge: So ging es mir zu Beginn auch. =)

Die meisten Coaching-Ausbildungen in Deutschland beschäftigen sich vor allem mit dem sogenannten „Systemischen Coaching“. Hier betrachtet man vor allem die verschiedenen Systeme (Kollegen, Familie, Freunde, Vereine etc.), in denen sich der Klient bewegt.

Die Transaktionsanalyse (TA) hingegen ist eine psychologische Theorie der menschlichen Persönlichkeitsstruktur und wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von dem US-amerikanischen Psychiater Eric Berne begründet. Heute wird sie auch im Coaching eingesetzt, wenn auch eher selten.

Die im Buch vorgestellten Methoden dienen vor allem zum Beginn eines Coachings der richtigen Problemanalyse. Sie helfen dir mit den richtigen Fragen sehr schnell vernünftige und belastbare Hypothesen zu bilden und damit deinen Klienten oder Mitarbeiter sehr gut einschätzen zu können.

Zu jedem der vier Themenbereiche gibt es ausführliche Fallbeispiele und vor allem jede Menge Interventionen. Also Werkzeuge mit deren Hilfe man dem Klienten (oder Mitarbeiter) die eingefahrenen Verhaltensweisen und -muster bewusst machen und ändern kann.

Dabei lernt man natürlich auch unheimlich viel über sich selbst und seine eigenen Muster. Mehr erfährst du zum Beispiel im unten verlinkten „Antreiber-Test“.

Lass dich überraschen!

 

Transaktionsanalyse im Coaching (Edition Training aktuell)
13 Bewertungen
Transaktionsanalyse im Coaching (Edition Training aktuell)
  • Ulrich Dehner;Renate Dehner
  • Herausgeber: managerSeminare Verlags GmbH
  • Auflage Nr. 32018 (27.07.2018)
  • Taschenbuch: 264 Seiten

 

2) Interessante Denkanstöße

1. Die Antreiber

Antreiber, entweder einzeln oder als Kombination mehrerer, sind die eigentliche Ursache für den inneren Stress, der so vielen Führungskräften zu schaffen macht. Die Antreiber sind Teil unseres Skripts, also in unserer Kindheit entstanden und vor allem durch unsere Eltern geprägt worden. Oftmals geben Eltern ihre eigenen Antreiber an ihre Kinder weiter.

Wir alle tragen sie in einer gewissen Ausprägung in uns. Schwierig wird es nur, wenn einzelne Antreiber sehr stark ausgeprägt sind. Je stärker er vorhanden ist, desto geringer muss der Reiz sein, um ihn auszulösen und damit inneren Stress zu verursachen.

Eric Berne unterscheidet 5 Arten von Antreibern:

1) Sei perfekt

2) Sei gefällig – Mach es anderen recht

3) Streng dich an

4) Sei stark

5) Beeil dich

Es würde den Rahmen sprengen hier jeden einzelnen Antreiber und mögliche Interventionen zu beschreiben. Ich möchte dir aber empfehlen folgenden Test zu machen, um herauszufinden, ob einzelne Antreiber außergewöhnlich stark ausgeprägt sind: https://www.transaktionsanalyse-online.de/wp-content/uploads/2017/09/Die-inneren-Antreiber.pdf

Sollten sie sich im roten Bereich befinden, melde dich gerne jederzeit bei mir. Wir können dann gemeinsam schauen, wie du individuell am besten daran arbeiten kannst!

 

2. Das Drama-Dreieck

Warum misslingt Kommunikation immer auf die gleiche Arte und Weise?

Vielleicht kennst du die Situation? Du kommst abends nach Hause. Dein Partner oder deine Partnerin sitzt auf dem Sofa und schaut Fernsehen. Du fragst nett: „Wie geht’s dir?“ und erhältst als Antwort ein leichtes Seufzen.

Du hakst nach und möchtest wissen, was los ist. Die Antwort folgt prompt: „Ach nichts! Passt schon alles!“

Rein inhaltlich betrachtet könntest du jetzt antworten: „Na das ist doch prima! Dann gehe ich mal mit meinen Kumpels Fußball schauen!“

Dann würde die Situation aber vermutlich eskalieren, weil du eigentlich spürst, dass die andere Person Mitleid haben möchte.

Das nennt Eric Berne „psychologische Spiele“. Sie erfolgen nicht bewusst. Deine Partnerin hat sich nicht den ganzen Nachmittag überlegt, wie sie dich abends empfangen möchte. Sie will einfach Mitleid und Verständnis haben, traut sich aber nicht das offen anzusprechen, also wirft sie dir einen Köder aus (das Stöhnen).

Du kannst jetzt entweder auf das Spielangebot eingehen oder nicht.

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten dieser Spiele. Nicht nur im privaten, sondern vor allem auch im beruflichen Umfeld.

Dabei nehmen wir interessanterweise immer wieder ähnliche Rollen ein. Es besagt, dass wir immer in zwei von drei verschiedenen Rollen schlüpfen, wenn wir uns in psychologische Spiele begeben.

1) Verfolger

2) Retter

3) Opfer

Diese drei Rollen wurden aus der Welt des Theaters entlehnt. Ein aufregendes Drama beinhaltet alle drei Rollen, deshalb auch der Name „Drama-Dreieck“.

Überlege einmal in der nächsten Spiele-Situation, in welche der Rollen du schlüpfst und in welcher sich dein Gegenüber befindet. Meistens pendeln wir zwischen zwei Rollen hin und her. Es gibt zum Beispiel Kollegen, die zunächst alle gegen sich aufbringen und diese heftig angreifen.

Im Anschluss springen sie dann aus dieser Verfolger- in die Opfer-Rolle und erklären, dass es ihnen doch nur um die Sache ging und sie gar nicht verstehen, warum auf einmal alle sich gegen sie verschworen haben.

Ich finde das Drama-Dreieck super spannend und verwende es häufig in meinen Coachings. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, kann ich dir das Buch wirklich sehr empfehlen.

 

3) Fazit

„Ein Buch für Coachs, aber auch für erfahrene Führungskräfte, die einen neuen Blick auf ihr eigenes Verhalten, auf ihre Rolle und auf ihre Mitarbeiter erhalten und ihre Kommunikation professionalisieren wollen“.

So steht es auf der Rückseite des Buches und ich würde der Aussage zu 99% zustimmen. Warum nur zu 99%?

Weil ich der Meinung bin, dass es nicht nur für „erfahrene“ Führungskräfte sinnvoll ist, sondern auch für angehende.

Ich habe einen guten Freund, der zum Beginn meiner Coaching-Ausbildung seinen ersten Job als Führungskraft angetreten hat. Nach jedem der neun Ausbildungs-Blöcke haben wir telefoniert und er hat mir meistens 1:1 die Themen geschildert, die wir gerade in der Ausbildung besprochen haben.

Ich glaube also, dass jede Führungskraft von diesem Methoden profitieren kann und es wirklich eine enorme Erleichterung ist, wenn man seine Mitarbeiter besser versteht, als sie sich selbst verstehen. =)

Der Preis ist nicht zu verachten, aber siehe es als Investition in deine Zukunft. Und wenn du nur 5% aus dem Buch in deinem Alltag anwenden kannst, hat es sich schon mehr als gelohnt.

Wenn du noch weitergehende Fragen dazu hast, melde dich gerne jederzeit bei mir!

 

Viel Spaß beim Lesen

 

Transaktionsanalyse im Coaching (Edition Training aktuell)
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Transaktionsanalyse im Coaching (Edition Training aktuell)
  • Ulrich Dehner;Renate Dehner
  • Herausgeber: managerSeminare Verlags GmbH
  • Auflage Nr. 32018 (27.07.2018)
  • Taschenbuch: 264 Seiten

 

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