Scheiß auf Neujahrsvorsätze!

Bei der Jahresplanung habe ich früher mein Jahr immer in zwei Hälften geteilt. Vor meinem Geburtstag und nach meinem Geburtstag. Dadurch, dass ich Ende Juni geboren bin, war das immer sehr praktisch. So hatten beide Jahreshälften genau sechs Monate und ich konnte an meinem Geburtstag immer Zwischenbilanz ziehen.

Ich setzte mir also am Anfang des Jahres Ziele für das gesamte Jahr und hielt sie auch vorbildlich schriftlich fest. Als ich dann nach sechs Monaten schaute, wie weit ich schon gekommen war, war ich meistens ziemlich schockiert.

Ich hatte in den ersten sechs Monaten immer das Gefühl, dass das Jahr noch ewig dauern würde und ich mir keinen Stress machen müsste.

Auf einmal war es dann schon Juli und die zweite Jahreshälfte verging bei mir irgendwie immer schneller als die erste. Ich kann es wissenschaftlich nicht nachweisen, aber ich bin mir sicher, dass die Uhren zwischen Juni und Dezember schneller laufen müssen. Geht es dir auch so?

In den letzten Jahren habe ich außerdem festgestellt, dass gegen Ende des Jahres die Nachfrage nach meinem Coaching deutlich stärker war als zu Beginn des Jahres.

Nach zahlreichen Interviews habe ich auch herausgefunden, warum das so ist.

 

Ein Jahr ist zu lange für unser Vorstellungsvermögen

Meine Klienten sind, genau wie ich früher, am Anfang des Jahres der Meinung, dass das Jahr noch lange genug ist und sie ihre Ziele schon irgendwie erreichen werden. Nachdem sie dann meistens im Sommer bemerken, dass sie noch gar nicht begonnen haben, etwas dafür zu tun, legen sie euphorisch los.

Nach kurzer Zeit stellen sie jedoch fest, dass es doch nicht so leicht ist, sich dauerhaft zu motivieren und regelmäßig etwas für ihr sein Ziel zu tun.

Somit melden sie sich dann für ein Coaching an und fragen, woran es liegen könnte, dass sie die ganze Zeit so wenig für ihre Ziele getan haben und jetzt gegen Ende des Jahres in Stress geraten.

In diesen Fällen schauen wir uns dann immer genau an, wie sie ihre Jahresziele heruntergebrochen haben und dort liegt meistens schon der größte Fehler. Sie haben sie nämlich gar nicht heruntergebrochen.

Was bei Aktiengesellschaften häufig als Nachteil gesehen wird, ist für Start-ups und Privatpersonen eine große Chance: die quartalsweise Planung.

 

Quartalsweise Planung

Ein Jahr ist für die meisten von uns ein zu großer und unüberschaubarer Zeitraum.

Wir neigen dazu, am Anfang des Jahres alles ans Ende zu schieben und uns keinen Stress zu machen. Am Ende bekommen wir dann aber genau diesen, wenn wir unsere Ziele wirklich erreichen wollen.

Begünstigt wird es durch viele jährliche Termine. So werden die Ziele in Unternehmen meistens auf Jahresbasis gesetzt und an Neujahr macht sich jeder Mensch gute Vorsätze. Nicht zuletzt haben wir einmal im Jahr Geburtstag und reflektieren dort vielleicht das vergangene Lebensjahr.

Ein Monat dagegen ist häufig so schnell vorbei, dass er schwer zu planen ist. Mal ist man eine Woche krank oder im Urlaub und schon steht der nächste Monat vor der Tür. Das Quartal hingegen ist die optimale Zeitspanne. Einerseits so lange, dass man einen guten Schritt vorwärts gehen kann, und andererseits kurz genug, um sich nicht auf die faule Haut zu legen.

Wichtig ist, endlich ins Handeln zu kommen. Wir haben alle kein Wissensproblem. So gut wie das gesamte Wissen der Menschheit ist rund um die Uhr im Internet verfügbar. Wir können uns täglich stundenlang Videos über das richtige Setzen von Zielen anschauen und kommen dennoch nicht ins Handeln. Genau dabei helfen das quartalsweise Planen und Handeln.

Wenn wir von unseren großen Zehn-Jahres-Zielen ausgehen und diese herunterbrechen auf die nächsten drei Jahre und von dort auf das nächste Jahr, haben wir bereits einen wichtigen Schritt absolviert.

Jetzt aber kommt der wichtigste: das Planen des nächsten Quartals. Was möchtest du in den nächsten drei Monaten erreichen?

Bei der Planung der Quartalsziele ist eines extrem sehr wichtig und das können wir sicherlich von großen Aktiengesellschaften lernen: messbare Ziele und konkrete To-dos.

Zum einen solltest du dir maximal drei konkrete messbare Ziele für das Quartal vornehmen und sie mit klar quantifizierbaren Zahlen versehen.

Daraus wiederum empfiehlt es sich, konkrete To-dos abzuleiten und diese direkt auf deiner To-do-Liste oder sogar im Kalender zu vermerken.

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  • Brian P. Moran, Michael Lennington
  • Herausgeber: Wiley
  • Auflage Nr. 1 (21.06.2013)
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S.M.A.R.T.

Hier gibt es eine Regel, die in keinem guten Business-Ratgeber fehlen darf: die berühmte S.M.A.R.T.-Formel. Wenn du sie schon kennst, schließe an dieser Stelle kurz die Augen und sage laut vor dich hin, wofür diese fünf Buchstaben sehen.

„S“ bedeutet spezifisch. Es muss also ein konkretes Ziel sein, wie zum Beispiel: „Ich möchte mindestens an einem Abend der Woche mit Freunden Sport machen.” Unspezifisch dagegen wäre zu sagen: „Ich möchte meine Work-Life-Balance erhöhen.” Das kann nun wirklich alles heißen.

„M“ steht für messbar. Du solltest das Ziel also mit konkreten Zahlen messen können. In meinem eben genannten Beispiel kannst du am Ende jeder Woche eindeutig messen, ob du den einen Abend pro Woche geschafft hast, oder nicht.

„A“ steht für attraktiv. Du musst eine intrinsische Motivation verspüren, dein Ziel zu erreichen. Wenn du die vorhergehenden Kapitel aufmerksam gelesen und die Übungen umgesetzt hast, sollte es bei dir allerdings nicht an der Attraktivität deiner Ziele scheitern.

Vielleicht scheitert es aber an der „realistischen” Zielsetzung. Hierfür steht das „R” im Akronym SMART, und es ist tatsächlich einer der häufigsten Gründe, warum meine Klienten ihre Ziele verfehlen. Sie überschätzen ihre Zeit und ihre Kräfte und setzen sich viel zu hohe Ziele.

Ich bin durchaus ein Fan davon, sich große Ziele zu setzen und diese knapp zu verfehlen. Wenn du allerdings nicht einmal in die Nähe deines Zieles kommst, solltest du im nächsten Quartal die Messlatte etwas tiefer hängen.

Zu guter Letzt sollte das Ziel terminiert („T”) sein. Das ist mit der Quartalsplanung sowieso gegeben. Aber vielleicht möchtest du dir auch kurzfristige Ziele setzen. Dann solltest du diese auf jeden Fall mit einem konkreten Datum versehen.

Jetzt bist du hoffentlich bereit, das nächste Quartal zu planen.

Viel Erfolg!

 

Deine Aufgabe

Starte mit einem Ziel für das nächste Quartal! Was möchtest du unbedingt in den nächsten drei Monaten erreichen? Definiere konkret messbare Ergebnisse und schreibe dir die wichtigsten To-dos dafür auf!

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus meinem Buch „52 Wege zum Erfolg„. Wenn du erfahren möchtest, was die anderen 51 Wege sind, schaue hier vorbei: https://52ways.de/das-buch

 

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