Ich weiß nicht, was ich wollen soll

Ich weiß nicht, was ich wollen soll

Bist du auch häufig überfordert von zu vielen Wahlmöglichkeiten? Ob im Supermarkt, bei der Wahl der richtigen Versicherung oder gar des passenden Partners?
In meiner heutigen Buchempfehlung Ich weiß nicht, was ich wollen soll erfährst du, warum es uns häufig so schwer fällt uns für etwas zu entscheiden und wie es dir in Zukunft gelingen kann bessere Entscheidungen zu treffen.

Der Autor Bas Kast nähert sich der Frage, warum wir durch immer mehr Wahlmöglichkeiten immer öfter das Gefühl haben die falsche Entscheidung zu treffen oder am Ende lieber gar keine Entscheidung zu treffen, um dieses Risiko zu vermeiden.

Außerdem gibt er natürlich einen Ausblick, was man dagegen tun und wie man seine Zufriedenheit zurückerlangen kann.

Lass dich inspirieren!​​

Ich weiß nicht, was ich wollen soll Buchcover
1) Kurze Summary

Der Psychologe Bas Kast taucht tief in die menschliche Seele ein und stellt die Fragen, die viele von uns immer häufiger beschäftigen: Wieso sind wir trotz steigendem Wohlstand immer unzufriedener? Wieso sind wir so rastlos und häufig erschöpft? Wieso sind wir auf der Suche nach Glück und finanzieller Freiheit?

Er nähert sich diesen komplexen Themen im Buch Ich weiß nicht, was ich wollen soll in drei großen Kapiteln.

Im ersten geht es um das Freiheitsparadox. Beginnend bei der Partnerwahl kommt er über die, in den Denkanstößen beschriebenen, Marmeladensorten zum Thema „Perfektionismus“. Zusammenfassen kann man dieses Kapitel in einer Glockenkurve. Auf der x-Achse befindet sich die Zahl der Angebote und auf der y-Achse die Zufriedenheit des Käufers. Die Kurve steigt bis zu einer gewissen Auswahl, alles darüber hinaus führt jedoch eher zu Frustration, weil man immer das Gefühl hat, die falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Im zweiten Kapitel geht es um das Wohlstandsparadox und darum wie uns Geld von anderen Menschen entfremdet. Als es früher noch keine Dienstleister für jeden Service gab und auch noch keine Versicherungen, musste man sich gut mit seinen Nachbarn, Freunden und Familienmitgliedern stellen, damit diese einem (im Notfall) halfen.

Heute trauen wir uns kaum noch viel beschäftigte Freunde zu fragen, ob sie uns beim Umzug helfen können, denn dafür gibt es ja professionelle Möbelpacker, die gegen Bezahlung 24 Stunden zur Verfügung stehen.

Im dritten Teil geht Kast auf die rastlosen Stadtneurotiker ein und gibt Erklärungsversuche, warum wir trotz ständigem Hetzens immer das Gefühl haben nie genug getan zu haben. Einen Grund sieht er in unserer Leistungsgesellschaft, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat und auf den amerikanischen Traum zurückgeht.

Im 18. Jahrhundert wurde man entweder als Bauer oder als Adliger geboren. Wenn ein Adliger sich blöd anstellte, konnte er evtl. zu einem Bauer werden, jedoch nie umgekehrt. Eine Karriere à la Arnold Schwarzenegger war undenkbar. Heute ist es genau dieses Ideal nach dem jeder strebt. Wir denken alle, dass wir nur genug leisten müssen um möglichst weit zu kommen.

Dieses Wettrüsten erfolgt dabei häufig gegeneinander und nicht miteinander. Warum? Weil unser Unterbewusstsein in der Evolution gelernt hat, dass nur die stärksten Männchen ein Frauchen finden (und umgekehrt) um sich mit diesem fortzupflanzen und Nachfahren zu zeugen.

So haben sich über tausende von Jahren immer die Stärkeren durchgesetzt und heute werden eben Leistung, Geld und Macht als eine Stärke angesehen.

 

2) Interessante Denkanstöße aus „Ich weiß nicht, was ich wollen soll“

Marmeladensorten

Im berühmten Marmeladenversuch testeten Forscher wie sich Kunden verhalten, wenn sie eine größere, bzw. kleinere, Auswahl an Produkten haben. In einem Supermarkt boten sie an mehreren Tagen zunächst sechs Marmeladen zum Probieren an. Es blieben jeweils durchschnittlich 20 Personen stehen und sechs davon kauften eine der Marmeladen.

An anderen Tagen boten sie 24 Sorten Marmelade zum Verkosten an. Es blieben zwar deutlich mehr Personen stehen und probierten (30 Stück). Am Ende kaufte jedoch nur ein Kunde!

In einem weiteren Versuch haben sie dann noch nachgewiesen, dass dieser Kunde sogar unzufriedener mit seiner Entscheidung war als die 6 Personen, die nur 6 Marmeladen zur Verkostung hatten. Ganz einfach aus dem Grund, weil seine Opportunitätskosten wesentlich höher sind. Er zweifelt vermutlich heute noch, ob er aus den 24 Sorten wirklich die beste für sich ausgewählt hat!

 

Millers magische Zahl sieben

Der US-Psychologe George Miller hat schon vor Jahrzehnten gezeigt, dass unsere Speicherkapazität im Kurzzeitgedächtnis auf sieben plus/minus zwei Informationseinheiten begrenzt ist. So können wir uns eine Telefonnummer mit maximal 9 Ziffern noch einigermaßen merken, aber alles darüber hinaus wird schon schwer. Ob die sieben Weltwunder, die sieben Todsünden und die Wolke 7 auch damit zusammenhängen sei in Frage gestellt. =)

Eine kürzlich durchgeführte Studie von Facebook kam jedoch zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich sieben Personen den Namen „Freund“ wirklich verdienen, während alle anderen eher als Bekannte gelten können. Aus diesem Grund sollten wir uns vielleicht auch beim Konsum überlegen, ob es nicht befriedigender wäre, aus sieben verschiedenen Flachbildfernsehern wählen zu können als aus 200.

Geld verhält sich zu zwischenmenschlicher Nähe wie Wasser zu Feuer.

 

Geld und Nähe

Nachgewiesen wurde obiges Zitat in einem Versuch, bei dem Wissenschaftler die Testpersonen baten einen Stapel Fragebögen auszufüllen. Sie waren nur ein Vorwand. Nach einer Weile ging auf dem Computerbildschirm, der auf ihrem Schreibtisch stand ein Bildschirmschoner an. Bei 50% wurden bunte Fische gezeigt, bei den anderen 50% Geldscheine.

Im Anschluss wurden die Personen in einen Raum geführt und ihnen wurde gesagt, dass sie jetzt eine andere Person des Versuchs kennenlernen würden. Dazu sollten sie den Stuhl in der anderen Ecke des Raumes nehmen und neben ihren Stuhl stellen.

Die Person würde dann gleich kommen. Nachdem sie den Stuhl neben den ihren gestellt hatten, war der Versuch zu Ende und die Forscher maßen die Abstände zwischen beiden Stühlen.

Im Durchschnitt betrug der Abstand bei Personen, die die Fische gesehen hatten 79 cm. Bei Personen, die die Geldscheine gezeigt bekommen hatten, waren es stolze 118 cm. Geld scheint uns also von unseren Mitmenschen zu entfremden!

 

3) Fazit

Wie schon in der Einleitung angesprochen, können uns zu viele Wahlmöglichkeiten und die erwähnten Paradoxa erstarren lassen und dazu führen, dass wir unsere Träume aufschieben, weil wir gar nicht wissen wo wir anfangen sollen.

Hier empfiehlt der Autor im Buch Ich weiß nicht, was ich wollen soll das Ganze als Probelauf zu sehen. Wenn du schon immer davon geträumt hast dir einen Hund zu kaufen, leihe dir doch zunächst einmal einen. Vielleicht hast du Bekannte, die ihn gerne im Urlaub einmal abgeben würden.

So kannst du Dinge einfach ausprobieren und verharrst nicht ewig in der Gedankenspirale, in der du alle Eventualitäten und Vor- und Nachteile durchdenkst ohne ins Handeln zu kommen.

Letztlich nehme ich zwei wichtige Dinge aus diesem Buch mit:

  1. Zwischenmenschliche Beziehungen machen langfristig wesentlich glücklicher als Geld
  2. Eine vermeintlich „falsche“ getroffene Entscheidung ist immer noch tausend Mal besser als gar keine Entscheidung!

Eine Entscheidung für das Buch Ich weiß nicht, was ich wollen soll ist schon einmal ein erster Schritt.

Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen

Ich weiß nicht, was ich wollen soll: Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück...
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Ich weiß nicht, was ich wollen soll: Warum wir uns so schwer entscheiden können und wo das Glück...
  • Bas Kast
  • Herausgeber: FISCHER Taschenbuch
  • Auflage Nr. 4 (25.04.2013)
  • Taschenbuch: 288 Seiten

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