66+1 Warm-up

Hast du in Workshops schon Warm-ups erfahren oder sogar angeleitet, die nicht nur Spaß gemacht, sondern auch eine konkrete Wirkung erzielt haben? Haben sie dich vielleicht sogar zum Umdenken angeregt?

Genau diese Art von Warm-up liebe ich und wende sie aktuell wöchentlich in meinen Seminaren an. Heute will ich dir ein Buch vorstellen, in dem du 66+1 spannende, lustige, inspirierende und energetisierende Warm-up findest: „66+1 Warm-up“ von Pauline Tonhauser und 35 Coaches.

Lass dich inspirieren!

66+1 Warm-up: die dich als Trainer unvergesslich machen
21 Bewertungen
66+1 Warm-up: die dich als Trainer unvergesslich machen
  • Pauline Tonhauser
  • Herausgeber: Books on Demand
  • Auflage Nr. 1 (18.04.2018)
  • Taschenbuch: 316 Seiten

1) Kurze Summary

Ich selbst bin über einen der 35 Co-Autoren auf das Buch aufmerksam geworden. Er ist ein Trainerkollege von mir und als ich das Buch in den Händen hielt, habe ich gesehen, dass ich vier weitere Co-Autoren auch sehr gut kenne.

Wie oben beschrieben verwende ich in meinen Seminaren viele der Warm-up Übungen. Egal ob es darum geht, nach der Mittagspause wieder in den Arbeitsmodus zu kommen, am Morgen zu meditieren oder als Vorübung zu einer bestimmten Aufgabe. Diese kurzen Übungen sind ein geniales Hilfsmittel für viele Situationen.

Im Buch sind sie in sechs Bereiche aufgeteilt: Icebreaker, Teambuilding, Kreativität, Energie, Fokus und Empathie.

Zu jeder Übung gibt es kurze Informationen: Gruppengröße, Dauer, Benötigtes Material.

Anschließend wird die Aufgabe Schritt für Schritt beschrieben und mit schön gezeichneten Bildern unterstützt.

Das wichtigste Tool für viele der Übungen ist der Time Timer. Was es damit auf sich hat und warum du ernsthaft darüber nachdenken solltest, dir einen solchen zu kaufen, erfährst du in den folgenden Denkanstößen:

 

2) Interessante Denkanstöße

Time Timer

Auch wenn heute jeder von Digitalisierung spricht, hat sich in den letzten Jahren ein Offline-Timer erfolgreich seinen Weg gebahnt. Der sogenannte Time Timer ist heute aus keinem Innovationsworkshop mehr wegzudenken. Auch ich verwende ihn in jedem meiner Design Thinking Seminare. Er ist easy einzustellen, jeder sieht von überall aus, wie viel Zeit noch übrig ist für die aktuelle Aufgabe und er piepst laut genug, dass alle ihn hören können

Mittlerweile hole ich ihn sogar ab und zu für mich alleine aus der Schublade. Immer dann, wenn ich eine Stunde fokussiert und ohne Ablenkung an etwas arbeiten möchte, stelle ich den Time Timer und sehe, wie viel Fokus-Zeit mir noch bleibt.

Probiere ihn mal in deinen nächsten Meetings aus. Du wirst überrascht sein, wie viel effizienter sie ablaufen werden, wenn es klare Timeboxes (Zeiträume) gibt!

Im folgenden kurzen Video siehst du, wie er entstanden ist:

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  • An- und Ausschaltknopf für Signalton
  • Einstellbare Zeitspanne: 1 - 60 Minuten
  • Leises Quarzuhrwerk,Kein Ticken, keine Ablenkungen, keine Einrichtung erforderlich
  • Batteriebetrieb (Batterie nicht im Lieferumfang enthalten)
  • Ausführung Mini: Schutzdeckel dient als Ständer

 

Ja aber…. ja und…..

Die Übung ist simpel, aber sehr wirkungsvoll.

Alle Teilnehmer stellen sich kreisförmig in Gruppen von 3 bis 6 Personen auf. Der Moderator beginnt mit den Worten „Wir wollen eine Party planen, dazu brauchen wir ….“

Jetzt geht es reihum. Jeder muss einen Satz zur Partyplanung sagen und diesen mit „Ja, aber ….“ beginnen.

Danach wird reflektiert, wie die Party wohl aussehen würde. Im Anschluss wird die Party erneut geplant. Aber dieses Mal beginnt jeder seinen Satz mit „Ja, und …“. Am Ende wird erneut reflektiert und in den allermeisten Fällen wird die Party der „Ja und …“-Runde deutlich besser, kreativer und ausgefallener.

Genau darum geht es bei dieser Übung. Vor allem wir Deutsche verwenden ständig „Ja aber …“ und es ist natürlich auch deutlich leichter jemand anderen zu kritisieren als auf seinen Ideen aufzubauen. Das ist aber genau das Ziel im kreativen Brainstorming Prozess.

Deshalb verwende ich diese Warm-up Übung meistens direkt vor einem Brainstorming, um die Teilnehmer auf die bevorstehende Ideengenerierung einzustimmen.

 

Spaghetti-Turm

Schnelle Prototypen und frühes Testen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten in der heutigen Zeit. Die Geschwindigkeit in der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen nimmt radikal zu und wir können nur mithalten, wenn wir möglichst schnell vertesten, ob unsere Hypothesen in der Realität Bestand haben.

Dazu gibt es eine geniale Übung, die ich in jedem Workshop durchführe. Sie heißt „Spaghetti-Turm“ und geht folgendermaßen:

Die Gruppen sollten 4-5 Personen groß sein. Jede Gruppe erhält die gleichen Materialien:

20 ungekochte Spaghetti, 1 Meter Kreppband, ein Meter Bindfaden und ein Marshmallow.

Sie bekommen 15 Minuten Zeit, um einen möglichst hohen Turm zu bauen, auf dessen Spitze sich der Marshmallow befindet. Dabei darf der Turm am Boden fixiert werden, nicht aber an anderen Gegenständen oder der Wand. Außerdem dürfen keine weiteren Hilfsmittel verwendet werden.

Nach Ablauf der Zeit muss der Turm einige Minuten stehen, um die Höhe messen zu können.

Die Übung macht nicht nur wahnsinnig viel Spaß, sondern lässt die Teilnehmer immer wieder den gleichen Fehler begehen: Sie nehmen den Marshmallow erst ganz zum Schluss in die Hand, stecken ihn auf die Spitze und dadurch kracht der ganze Turm zusammen.

Das Learning daraus: Möglichst früh im Prozess die kritischste Hypothese (Marshmallow) testen und sich dann iterativ einem hohen Turm nähern.

Was glaubst du, wer die beste und wer die schlechteste Gruppe in dieser Übung ist? Die Antwort findest du im folgenden TED-Talk:

 

3) Fazit

Es ist ein klassisches Buch nach dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“. Ideal geeignet ist es natürlich für Trainer, Coaches und andere Personen, die regelmäßig Workshops geben.

Aber auch für „normale“ Meetings kann man durchaus einige der Übungen verwenden, um die Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben. Lass dich nicht abschrecken durch den Titel „Design Thinking Workshop“. Du kannst die Übungen auch ohne Design Thinking Kenntnisse einsetzen.

Unabhängig davon ist der Time Timer definitiv eine Kaufempfehlung. Auch wenn er preislich etwas überteuert ist, lohnt sich die Investition. Ich beobachte immer wieder fasziniert, wie sich in meinen Trainings alle Teilnehmer an den Timer halten. Egal wie dominant oder alphamäßig sie auftreten, sobald der Timer gestellt ist, arbeiten alle gemeinsam um in der von mir vorgegebenen Zeit fertig zu werden.

Viel Spaß beim Lesen und beim Ausprobieren der Warm-up Übungen!

 

66+1 Warm-up: die dich als Trainer unvergesslich machen
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66+1 Warm-up: die dich als Trainer unvergesslich machen
  • Pauline Tonhauser
  • Herausgeber: Books on Demand
  • Auflage Nr. 1 (18.04.2018)
  • Taschenbuch: 316 Seiten

 

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